Der Anlass für den Blog

Am 16./17. August 2014 erschien in der Wochenendbeilage der Leipziger Volkszeitung ein Artikel mit der Überschrift “Wer kennt die Familie van Himbergen?”, der die Verwandtschaft in ziemliche Aufregung versetzte. Dem Text waren zwei Fotografien beigefügt, die eine zeigte meine Mutter Alice Louise von der Gönne, geborene van Himbergen, die andere meinen Großvater Josephus Franziskus Maria van Himbergen. Die Anfrage kam von Susan Ranby aus dem englischen Lincoln, die sich für das Schicksal ihrer Großgroßtante Mary Anne Booth, meiner Urgroßmutter, interessierte. Damit war meine Neugierde geweckt.

Wie es der Zufall wollte, hatten wir just für September 2014 eine Rundreise durch Südengland gebucht. Per E-Mail verabredeten Susan und ich ein Treffen für den letzten Abend in London. Es war eine überaus herzliche Begegnung zwischen meinem Mann, mir und Susan, ihrem Mann Alwyn und ihrer Tochter Vanessa. Wieder einmal bedauerte ich, dass meine Englischkenntnisse ziemlich eingerostet sind. Aber Susan war da anderer Meinung, da sie gar kein Deutsch konnte, fand sie unsere Sprachkenntnisse beachtlich. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mit Händen und Füßen und dem Internet, die Tochter Vanessa hatte ein Smartphone dabei, haben wir uns ganz gut verständigt und hatten viel Spaß dabei. Zwei Stunden später waren wir wieder im Hotel, etwas erschöpft aber sehr enthusiastisch gestimmt.

Wieder zu Hause ging ich zunächst daran, die Informationen für einen Stammbaum zusammenzutragen. Von meinem Schwager erbat ich die diversen Dokumente meiner Mutter, die meine Schwester aufbewahrt hatte. Darunter fand ich zehn Schreibhefte, in denen mein Großvater nach dem zweiten Weltkrieg – er und seine Lebensgefährtin waren im Februar 1945 ausgebombt und all seine Erinnerungen wie Fotografien, Bücher etc. ein Opfer der Flammen geworden – seine Biographie handschriftlich verfasst hat. Mittlerweile habe ich diese in den PC übertragen. Es sind stolze 264 Seiten geworden. Die Biographie ist so spannend, das Leben meines Großvaters war so bunt, dass ich eine Form finden wollte, um zunächst meine Familie aber auch eine interessierte Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen.

Da  die Form des blogs darauf ausgerichtet ist, in gewissen Abständen Beiträge zu veröffentlichen, habe ich versucht, Themengruppen zu finden, in denen ich auch für mich einen neuen Zugang zu der mir vorliegenden Biographie des Franz van Himbergens finden könnte. So habe ich nach den Beiträgen zur Kindheit und Jugend des Großvaters in Belgien zunächst die prägendste Persönlichkeit in seinem Leben – den Erfinder Wilhelm von Pittler – näher beleuchtet, dann Beiträge zu seinem langen Arbeitsleben, zu seiner Mitgliedschaft in der Technischen Vereinigung, zu seinen Auslandsreisen veröffentlicht. Die nächste Themengruppe wird sich mit dem Familienleben und seinen diversen Radtouren befassen.

Im Sommer darauf folgten wir dann der Einladung meiner englischen Verwandtschaft und verbrachten neun Tage in Lincoln und London. Sue und Alwyn fuhren mit uns in die Gegend, in der Sues Großvater und -onkel gelebt haben, die mein Großvater 1929 besucht hatte.

Im Sommer 2015 besuchten mein Mann und ich verschiedene belgische Städte, wandelten auf den Spuren des Großvaters, der seine Kindheit und Jugend in Brüssel und Mechelen verbracht hatte und bis zum Ende der dreißiger Jahre ziemlich regelmäßig seine Schwester in Brüssel besuchte und von da aus Belgien nach allen Regeln der Kunst erkundete.